Montag, 16. November 2015

Meinung: Bloodborne

 
Ich habe mich jetzt jahrelang um die Spiele von From Software gedrückt (kleine Ausnahme: 3D Dot Game Heroes), mit Demon's Souls hab ich es mal probiert, bin damit aber nicht warm geworden. Da aber nun doch überwiegend positiv über diese Spiele gesprochen und geschrieben wurde, habe ich mir das aktuellste und PS4-exklusive Werk "Bloodborne" von From Software zugelegt. In den ersten drei Spielstunden habe ich den Kauf allerdings noch bereut ...

Düster, morbide und gnadenlos - was für ein Spaß!
Nach dieser circa dreistündigen Einstiegshürde mit extrem vielen Toden habe ich mich mehr und mehr an die Spielmechanik gewöhnt, hab das Leveldesign besser verstanden und habe tatsächlich angefangen das Spiel zu genießen und irgendwann bin ich dann einfach nicht mehr davon losgekommen.

Die größten Stärken des Spiels sind für mich das Leveldesign, welches immer wieder mit intelligent platzierten Abkürzungen zu den Wiederbelebungspunktem glänzt aber auch das gesamte Grafikdesign mit seinem düster-viktorianischem Stil machen Bloodborne zu einem wirklichen Ausnahmetitel - ach, nicht zu vergessen die Bosskämpfe, welche nicht nur allesamt sehr abwechslungsreich gestaltet wurden, sondern letztendlich auch die größten Herausforderungen in Bloodborne darstellen. Eine richtige Story erzählt Bloodborne übrigens kaum, das Spiel liefert dem Spieler eher Andeutungen anstelle von ausufernden Dialogen und Zwischensequenzen. Das ist aber auch gut so, denn so kann sich der Spieler ganz auf den Kampf und die Herausforderung fokussieren und wird nicht durch passive Erzähl-Passagen aus dem Spiel gerissen.

Wie schon eingangs beschrieben: an das Kampfsystem muss man sich erst mal gewöhnen, wenn man "neuer" From Software-Kunde ist. Selbst die einfachsten Gegner können bei unaufmerksamen Spielern noch verheerenden Schaden anrichten. Bloodborne erwartet von seinen Spielern volle Konzentration und bestraft jegliche Ablenkung und Unaufmerksamkeit - leider gibt es nicht mal eine Pausenfunktion, man sollte also beim Spielen für ein ungestörtes Spielambiente sorgen. Gute Reflexe sollte man als Spieler aber auf jeden Fall mitbringen, sonst wird man mit Bloodborne nicht glücklich. In den Kämpfen ist es essentiell sich schnell zu bewegen, die Angriffsmuster der Gegner zu studieren und im richtigen Moment sowohl zuzuschlagen als auch wieder den Rückzug anzutreten. Wer zu forsch ist und "zu viel" will, der wird gnadenlos bestraft.
Interessant und durchaus gelungen ist auch die Schusswaffen-Mechanik: je nach Aufbau des eigenen Charakters kann man die Schusswaffen nur zur Unterbrechung gegnerischer Angriffe nutzen oder den möglichen Schaden durch Schusswaffen beim Stufenaufstieg gezielt steigern um dann auch gezielter Schaden mit der Schusswaffe anrichten.
Generell ist das ganze Charaktersystem durchaus interessant, die gesteigerten Attribute legen nicht nur Werte wie Schaden oder Lebensenergie fest, sie bestimmen auch welche Waffen man benutzen kann und welche Waffen besonders effektiv sind - die Waffen hingegen bestimmen wiederum den eigenen Kampfstil, lassen sich auch "upgraden" und bieten meist zwei teils grundverschiedene Angriffstypen.

Viele Hardcore-Spieler behaupten ja, das man Bloodborne oder die Souls-Spiele gespielt haben muss, wenn man ein "echter" Gamer sein will. Meiner Meinung nach spielt ein "echter" Gamer die Spiele, die ihm Spaß machen und lässt sich nicht von anderen Leuten bestimmen, was man zu spielen hat. Man kann aber sagen, dass Bloodborne eine ganz spezielle fordernde aber auch befriedigende Spielmechanik zelebriert. Wer Geduld und Durchhaltevermögen hat, sollte sich Bloodborne definitiv anschauen. Und wer die Souls-Spiele schon kennt, wird Bloodborne mittlerweile sowie schon etliche Male durchgespielt haben.
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Spieleinfos:
Genre: Action-RPG
Entwickler: From Software
Publisher: Sony Computer Entertainment
Plattformen: Playstation 4 (EU-Release: 25.03.2015)
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