Donnerstag, 26. November 2015

Meinung: Uncharted - Golden Abyss

 
Ich habe mir die PS Vita vor ca. 2 Jahren in meinem "Uncharted-Fieber" nur für "Uncharted - Golden Abyss" zugelegt und ich fand schon damals direkt nach dem ersten Durchspielen, dass sich der Kauf der Vita mit Golden Abyss als Uncharted-Fan gelohnt hat. Jetzt spiele ich es knapp zwei Jahre später noch mal, mit etwas mehr Abstand. An meinem "inneren" Fazit von vor zwei Jahren hat sich allerdings - und das nehme ich hier mal vorweg - nichts geändert. "Uncharted - Golden Abyss" ist und bleibt ein wirklich gutes Spiel für die PS Vita und sollte zumindest bei keinem Uncharted-Fan in der Sammlung fehlen.

In der Uncharted-Zeitlinie spielt Golden Abyss vor "Drakes Fortune", eine wirkliche Vorgeschichte ist das aber nicht und will es auch gar nicht sein, viel mehr viel Golden Abyss ein eigenständiger Uncharted-Titel auf der PS Vita sein, und das gelingt dem Spiel. Die gesamte Produktion ist spürbar aufwendig gewesen, für Nathan Drake wurde als Sprecher und auch fürs MoCap wieder Nolan North engagiert und auch in seiner ganzen Inszenierung steht dieser mobile Ableger seinen großen Vorbildern in nichts nach und hat sogar ein paar schöne, eigenständige Ideen.

Golden Abyss nutzt die Vita in vielerlei Hinsicht: man erstellt Kohleabdrücke mit Hilfe des Touchscreens, balanciert mit Hilfe des Bewegungssensors und nutzt die Kamera um auf Licht zu reagieren. Weiterhin kann man mit Hilfe des Bewegungssensor Zielen, mit Hilfe des Touchpads Klettern und die sporadischen und typischen Rätsel bedienen -  schön gemachte zusätzliche Gimmicks die das Abenteurerleben von Nathan Drake sinnvoll ergänzen. Andere Vita-Features - wie zum Beispiel das Zeichnen des Kletterpfades auf dem Bildschirm - fand ich hingegen überflüssig.

Panama-Panorama.
Etwas weniger stark zeigt sich Golden Abyss bei seiner Abwechslung. Zwar gelingt den Bend Studios eine gute Balance aus Action, Erkunden, Klettern und Rätseln, aber man ist letztendlich nur in Panama unterwegs und spielt hier eben nicht das große "Rund-um-die-Welt"-Abenteuer wie in Uncharted 2 oder Uncharted 3 - dies mag wohl auch dem Produktionsbudget für einen Handheld-Titel geschuldet sein.

Bei der Story geht Golden Abyss übrigens auch etwas andere Pfade (Achtung, kleiner Spoiler zu allen 4 Uncharted-Geschichten in diesem Absatz): die großen Uncharted-Spiele haben in ihrer Story immer auf sehr - ganz im Stile der Indiana Jones-Filme - auf übernatürliche und fantastische Phänomene gesetzt. Golden Abyss hingegen zeigt sich hier bis zum Spielende sehr bodenständig und "realistisch".

Normalerweise würde ich jetzt schreiben: für Fans von Uncharted ist die Anschaffung einer Vita mit Golden Abyss Pflicht, allerdings stehen die Chancen wohl derzeit gar nicht mal so schlecht, dass auch Golden Abyss  den Sprung auf die PlayStation 4 schafft (Quelle: finder.com). Wer absolut keine Vita braucht und diese nur für Golden Abyss kaufen würde und sowieso schon eine PS4 unter dem Fernseher stehen hat, sollte sich angesichts dieser Neuigkeit noch etwas in Geduld üben.
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Spieleinfos:
Genre: Third-Person Shooter, Action-Adventure
Entwickler: SCE Bend Studio
Publisher: Sony Computer Entertainment
Plattformen: PlaysStation Vita (DE-Release: 22.02.2012)
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Donnerstag, 19. November 2015

Meinung: Halo 5 - Guardians

 
Ich spiele und verfolge die Halo-Serie schon seit dem ersten Teil auf der ersten Xbox und ich würde mich daher durchaus als "Halo-Fan" bezeichnen und habe natürlich jeden Halo-Teil gespielt. Ich habe mich sehr auf den fünften Teil gefreut und habe die Halo-Spiele immer für ihr tolles "Gunplay" (so ziemlich das beste was es auf Konsolen gibt), die exotischen Planeten und zumindest anfangs auch noch für ihre Geschichte geliebt. Der Multiplayer hingegen hat mich nie interessiert.
 
9,5 Stunden habe ich laut Xbox Live-Statistik für das Durchspielen gebraucht und wenn ich nun versuche, mich an diese 9,5 Stunden zu erinnern muss ich mit Schrecken feststellen: es ist so gut wie nichts hängen geblieben. Was hängen geblieben ist: das tolle Shooter-Gameplay (gerne auch "Gunplay" genannt), da gibt es meiner Meinung nach fast nichts besseres auf Konsole (Destiny liegt mit seinem "Gunplay" auf dem selben Niveau, vielleicht sogar noch einen klitzekleinen Tacken darüber). Von der Geschichte und auch vom Leveldesign hat mich Halo 5 doch ziemlich enttäuscht.

Halo 5 (der zweite Teil der "Reclaimer-Trilogie")  geht einen ähnlichen Weg wie schon der zweite Halo-Teil. Man spielt wieder zwei Hauptcharaktere. Während ich das Spiel-Verhältnis der beiden Hauptcharaktere in Halo 2 als ziemlich ausgewogen empfand (man war ungefähr die gleiche Zeit mit dem "Gebieter" wie auch mit dem Master Chief unterwegs), so spielt man in Halo 5 mit ganz klarem Schwerpunkt - nämlich 80% der Spielzeit - den Spartan "Locke", während die Missionen mit dem Master Chief nur rund 20% der Spielzeit einnehmen. Jetzt könnte man natürlich dagegen halten, dass man in Halo Reach und in Halo 3 ODST gar keine Spielzeit mit dem Master Chief verbracht hat, aber hey: das waren ja auch Vorgeschichten oder Spin-Offs. In einem "vollwertigen" Halo möchte ich gerne den Master Chief spielen, und ganz besonders dann, wenn der Vorgänger mit ihm einen neuen Storybogen angefangen hat.

In Halo 5 besucht man dieses mal unter anderem die Heimatwelt der Eliten: Sanghelios.
Ok, ich will jetzt mal nicht so sein: ich hätte durchaus auch Spaß an einem anderen Hauptcharakter haben können, denn der Master Chief dient mit seinen wenigen Worten und komplett in Rüstung gehüllt eh eher als Projektionsfläche für den Spieler - wobei man ja gerade seit dem vierten Halo versucht dem Chief mehr Charakter einzuhauchen. Aber warum setzt man mir dann diesen Langeweiler "Locke" als Charakter vor die Nase? Der ist ja noch uninteressanter als der Master Chief und dann - und jetzt kommt das Schlimmste - bekommt 343 Industries es noch nicht mal hin, einen glaubwürdigen und spannenden Konflikt zwischen den beiden Hauptcharakteren zu inszenieren.

Sowieso sollte man in dem neuen Halo-Studio mal die Story-Writer tauschen. Zwar versucht man sich an Webserien (Forward Unto Dawn, Nightfall), schafft es aber kaum in diesen Folgen eine interessante Handlung zu erzählen oder zumindest interessante Charaktere zu formen und dann herrscht im eigentlichen Spiel auch noch erzählerisches Totalversagen und man lagert Hintergründe zu Charakteren und Ereignissen auch gerne mal komplett in Romane, Comics, etc. aus. Das nervt einfach nur und zerstört das Spiel.

Genug aufgeregt, meinen Spaß hatte ich trotzdem mit Halo 5, denn die Kämpfe gegen die KI machen wie immer sehr viel Spaß und immerhin bemüht sich Halo auch wieder, den Spieler auf tolle, exotische Locations zu schicken. Dabei läuft das ganze in butterweichen 60fps und ist dabei grafisch auf jeden Fall gelungen, aber sicherlich kein besonderer "Hingucker".

Meine Enttäuschung am Ende bleibt aber: es gab in diesem Jahr deutlich bessere Spiele und ein Kaufgrund für die Xbox One ist die Halo 5-Kampagne sicherlich nicht geworden (über den Multiplayer sollen andere Leute urteilen). Ich hoffe jetzt einfach mal, dass 343 sich im sechsten Teil wieder fängt, sich wieder ganz auf den Master Chief konzentriert und ein befriedigendes Ende auf den Schirm zaubert. Bis dahin werden wohl aber noch ein paar Jahre vergehen, immerhin steht mit Halo Wars 2 aber im nächsten Jahr ein potentiell vielversprechendes Halo-RTS-SpinOff an. Ich bin gespannt.
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Spieleinfos:
Genre: First-Person Shooter
Entwickler: 343 Industries
Publisher: Microsoft Studios
Plattformen: Xbox One (Release: 27.10.2015)
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Montag, 16. November 2015

Meinung: Bloodborne

 
Ich habe mich jetzt jahrelang um die Spiele von From Software gedrückt (kleine Ausnahme: 3D Dot Game Heroes), mit Demon's Souls hab ich es mal probiert, bin damit aber nicht warm geworden. Da aber nun doch überwiegend positiv über diese Spiele gesprochen und geschrieben wurde, habe ich mir das aktuellste und PS4-exklusive Werk "Bloodborne" von From Software zugelegt. In den ersten drei Spielstunden habe ich den Kauf allerdings noch bereut ...

Düster, morbide und gnadenlos - was für ein Spaß!
Nach dieser circa dreistündigen Einstiegshürde mit extrem vielen Toden habe ich mich mehr und mehr an die Spielmechanik gewöhnt, hab das Leveldesign besser verstanden und habe tatsächlich angefangen das Spiel zu genießen und irgendwann bin ich dann einfach nicht mehr davon losgekommen.

Die größten Stärken des Spiels sind für mich das Leveldesign, welches immer wieder mit intelligent platzierten Abkürzungen zu den Wiederbelebungspunktem glänzt aber auch das gesamte Grafikdesign mit seinem düster-viktorianischem Stil machen Bloodborne zu einem wirklichen Ausnahmetitel - ach, nicht zu vergessen die Bosskämpfe, welche nicht nur allesamt sehr abwechslungsreich gestaltet wurden, sondern letztendlich auch die größten Herausforderungen in Bloodborne darstellen. Eine richtige Story erzählt Bloodborne übrigens kaum, das Spiel liefert dem Spieler eher Andeutungen anstelle von ausufernden Dialogen und Zwischensequenzen. Das ist aber auch gut so, denn so kann sich der Spieler ganz auf den Kampf und die Herausforderung fokussieren und wird nicht durch passive Erzähl-Passagen aus dem Spiel gerissen.

Wie schon eingangs beschrieben: an das Kampfsystem muss man sich erst mal gewöhnen, wenn man "neuer" From Software-Kunde ist. Selbst die einfachsten Gegner können bei unaufmerksamen Spielern noch verheerenden Schaden anrichten. Bloodborne erwartet von seinen Spielern volle Konzentration und bestraft jegliche Ablenkung und Unaufmerksamkeit - leider gibt es nicht mal eine Pausenfunktion, man sollte also beim Spielen für ein ungestörtes Spielambiente sorgen. Gute Reflexe sollte man als Spieler aber auf jeden Fall mitbringen, sonst wird man mit Bloodborne nicht glücklich. In den Kämpfen ist es essentiell sich schnell zu bewegen, die Angriffsmuster der Gegner zu studieren und im richtigen Moment sowohl zuzuschlagen als auch wieder den Rückzug anzutreten. Wer zu forsch ist und "zu viel" will, der wird gnadenlos bestraft.
Interessant und durchaus gelungen ist auch die Schusswaffen-Mechanik: je nach Aufbau des eigenen Charakters kann man die Schusswaffen nur zur Unterbrechung gegnerischer Angriffe nutzen oder den möglichen Schaden durch Schusswaffen beim Stufenaufstieg gezielt steigern um dann auch gezielter Schaden mit der Schusswaffe anrichten.
Generell ist das ganze Charaktersystem durchaus interessant, die gesteigerten Attribute legen nicht nur Werte wie Schaden oder Lebensenergie fest, sie bestimmen auch welche Waffen man benutzen kann und welche Waffen besonders effektiv sind - die Waffen hingegen bestimmen wiederum den eigenen Kampfstil, lassen sich auch "upgraden" und bieten meist zwei teils grundverschiedene Angriffstypen.

Viele Hardcore-Spieler behaupten ja, das man Bloodborne oder die Souls-Spiele gespielt haben muss, wenn man ein "echter" Gamer sein will. Meiner Meinung nach spielt ein "echter" Gamer die Spiele, die ihm Spaß machen und lässt sich nicht von anderen Leuten bestimmen, was man zu spielen hat. Man kann aber sagen, dass Bloodborne eine ganz spezielle fordernde aber auch befriedigende Spielmechanik zelebriert. Wer Geduld und Durchhaltevermögen hat, sollte sich Bloodborne definitiv anschauen. Und wer die Souls-Spiele schon kennt, wird Bloodborne mittlerweile sowie schon etliche Male durchgespielt haben.
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Spieleinfos:
Genre: Action-RPG
Entwickler: From Software
Publisher: Sony Computer Entertainment
Plattformen: Playstation 4 (EU-Release: 25.03.2015)
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