Dienstag, 8. September 2015

Meinung: Metal Gear Rising - Revengeance

 
 

MGS4 ist durchgespielt, also geht es direkt weiter mit Metal Gear Rising - Revengeance. Ich habe dieses Spiel eigentlich nur deshalb in meiner Sammlung, weil ich mir irgendwann mal alle einigermaßen gut erhältlichen Metal Gear-Spiele zugelegt habe, um meine Metal Gear-Wissenslücke auszufüllen. MGR:R wurde von Platinum Games entwickelt, das Studio ist außerdem verantwortlich für Bayonetta oder Vanquish, alles ziemlich abgedrehte HighSpeed-Hack'n'Slays und alles so überhaupt nicht mein Spielegeschmack und auch nicht mein Skill-Bereich. Überaschenderweise hatte ich schon nach den ersten beiden Spielstunden ziemlich viel Spaß mit dem Titel, mehr Spaß als zuletzt mit MGS4. Klar, die Story in MGR geht nicht annähernd so sehr in die Tiefe wie die der MGS-Spiele, dadurch wird die Geschichte aber auch kompakter und durch das Over the Top-Gameplay fällt mir hier auch die "cheeziness" der Story nicht so negativ auf wie in MGS4. Auf den ersten Blick empfand ich MGR als das "rundere Spielerlebnis".
 
Raiden wins ... Fatality!
 
Als Protagonist fungiert Raiden (Jack), der "gehasste" Hauptcharakter aus MGS2. Als Cyborg-Ninja schnetzelt man sich durch menschliche Gegner, Mechs oder Cyborgs. Das Kampfsystem hat einen tollen Kniff. Durch begrenzt vorhandene Energie kann Raiden in einen SlowMotion-Modus wechseln, in dem es möglich ist, die Gegner fachgerecht zu "zerstückeln" oder gezielt vom UI markierte Schwachpunkte anzugreifen. Sind die Gegner entsprechend geschwächt, eröffnet einem das Kampfsystem unter anderem auch den Zan Datsu-Modus. Aktiviert man diesen per Knopfdruck, kommt man ebenfalls in einen SlowMotion-Modus und sieht nun einen durch ein rotes Rechteck markierten Schwachpunkt am Gegner. Gelingt es einem die Klinge nun mittig durch die rechteckige Markierung zu bewegen, wird der Gegner nicht nur sofort getötet, sondern es startet auch ein Quicktime-Event durch das man per Tastendruck dem Gegner das Cyber-Rückgrat herausreißt und die dort gespeicherte Energie nutzt, um sich selber zu heilen und "SlowMotion-Energie" (Brennstoffzelle) wiederherzustellen. Diese Mischung aus einem freien Kampfsystem kombiniert mit Quicktime-Events, die nie nur stumpfes Knöpfchen drücken sind, sondern sich immer durch eine Kombination aus Timing, Zielgenauigkeit und der Vorbereitung aus dem vorher stattfindenden freien Kampf auszeichnen, macht selbst einem eher mittelprächtigen Hack'n'Slay-Spieler wie mir unglaublich viel Laune. Dazu kommt noch ein tolles aber wenig jugendfreies optisches Feedback beim Treffen oder Zerlegen der Gegner. Da verzeihe ich dem Spiel gerne die doch eher tristen Levelgrafiken und die käsige Story.

Auf dem normalen Schwierigkeitsgrad hatte ich teilweise schon ordentlich und sprichwörtlich zu kämpfen, bin aber letztendlich durch das Beseitigen eigener Fehler immer weiter gekommen. Besonders stark zugesetzt haben mir einige Bosse (klar, die dürfen in keinem Metal Gear-Spiel fehlen) wie zum Beispiel "Monsoon", aber umso mehr freut man sich dann natürlich über den wohlverdienten Sieg. Apropos wohlverdient: für besiegte Gegner & Bosse gibt es Kampfpunkte. Je besser man kämpft und umso weniger Schaden man nimmt, desto höher fällt diese Belohnung aus. Mit diesen verdienten Kampfpunkten kann man Raiden  jederzeit (bzw. am besten nach einem Speicherpunkt, die übrigens großzügig und fair gesetzt sind) upgraden. Sei es Kampfkraft, Lebensenergie, Effizienz, neue Moves, neue Waffen: die Auswahl ist gut und das upgraden macht Spaß. So freut man sich nach ein paar gelungenen Kämpfen mit hohen Kampfpunktebonus das wohlverdiente Kapital in neue Upgrades zu investieren.

Im Gegensatz zu dem mittelmäßigen und von mir auch zuletzt gespielten Ryse ist Metal Gear Rising - Revengeance eine echte Hack'n'Slay-Perle. Selbst wenn man nicht unbedingt auf das Metal Gear-Universum abfährt  kann man mit dem tollen Kampfsystem alleine schon jede Menge Spaß haben. Auf meinem Hack'n'Slay-Olymp steht zwar weiterhin God of War 3, ich kann aber nun die Faszination vieler Spieler für die Spiele von Platinum Games etwas besser nachvollziehen. Mir hat MGR:R auf jeden Fall wirklich Spaß bereitet.
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Spieleinfos:
Genre: Hack'n'Slash
Entwickler: Platinum Games / Kojima Productions
Publisher: Konami
Plattformen: Playstation 3, Xbox 360 (Release: 21.02.2013)
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